Rede von unserem Stadtrat Marius Beyer am 13.10.21 in der Ratsversammlung:

„Sehr geehrter Oberbürgermeister,
sehr geehrte Beigeordnete,
sehr geehrte Stadträte und Ortsvorsteher,
sehr geehrte Gäste,

aus einigen Feldbächen gespeist, entsteht in Zuckelhausen die Östliche Rietzschke. Sie durchfließt die Ortslagen Holzhausen, Zweinaundorf – hier mündet übrigens der von Baalsdorf kommende Hohe Graben ein – weiter über Mölkau und Stünz, um dann in Sellerhausen in der Kanalisation der Stadt Leipzig zu enden. In diesem Verlauf beträgt ihre Länge 7 ½ Kilometer. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts floss die Östliche Rietzschke weiter über Volkmarsdorf, Reudnitz und Neuschönefeld und mündete schließlich in die Parthe. Mit der Industrialisierung wurde das Gewässer aber nach und nach mit Wohn- und Gewerbegebäuden überbaut und verschwand somit im Untergrund. Der historische Flussverlauf ist heute nur noch an einigen Bodensenken erkennbar. Viele Gebäude und Kleingartenanlagen im Bereich der früheren Rietzschkeaue erleben heute noch Überschwemmungen und Feuchtigkeit aus dem verbauten früheren Fluss.

Um ein gänzliches Verschwinden des Gewässers II. Ordnung aus dem Leipziger Stadtbild zu verhindern, sind die im Verwaltungsstandpunkt dargelegten Maßnahmen positiv zu bewerten. Unter Gewässerrenaturierung am Beispiel der Östlichen Rietzschke sollten jedoch nicht nur Maßnahmen zur Sicherung einer dauerhaften Wasserführung verstanden werden, sondern weiterhin auch Aktivitäten zur Förderung von natürlicher Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutz. Dazu können unter anderem Nach- und Neuanpflanzungen von beheimateten Gehölzen, Aufweitungen des Gewässers für den Wasserrückhalt oder Rückbau von Verrohrungen zählen.

Schade, dass die vermeintliche Umwelt-Partei – ihres Namens „Bundnis 90/Die Grünen“ – diese wichtigen Aspekte nicht mit in den Fokus ihres Antrages gerückt hat. Aber, werte Kollegen der Grünen-Fraktion, wir unterstützen Sie diesbezüglich selbstverständlich gern – für uns ist Naturschutz nämlich gleichzeitig auch Heimatschutz!

Weiter im Text zum Thema „Hochwasserschutz“: In Wohngebietsnähe sollten Hochwasserschutzmaßnahmen prioritär geprüft und durchgeführt werden, um bei Starkregenereignissen und Tauwetter Überflutungen von Gebäudestrukturen zu verhindern. Die Unwetterereignisse des Augustes 2021, welche innerhalb von 24 Stunden Gräben, Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer treten ließen und nachfolgend Gärten sowie Keller unter Wasser setzten, sollten Mahnung genug sein!

Das natürliche Landschaftsbild im Einzugsgebiet der Östlichen Rietzschke ist einerseits von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Wohnbebauung und Park-/Kleingartenanlagen geprägt, andererseits lässt sich an bestimmten Abschnitten ein Auwaldcharakter erkennen. Sei es im „Mölkauer Wäldchen“ oder aber im Stünzer Park, die Naherholungsgebiete an der Östlichen Rietzscke bieten Radfahrern und Spaziergängern ganzjährig eine sehenswerte Flora und Fauna. Insofern ist es im Sinne der Nutzerfreundlichkeit und Gefahrenminimierung folgerichtig, alle Querungen über die Östliche Rietzschke hinsichtlich möglicher Sanierungsbedarfe zu überprüfen und nachfolgend Maßnahmen einzuleiten.

Auch zu dieser Thematik sucht man im Antrag der selbsternannten Radfahrer-Fraktion vergebens! Ihre eingereichte Neufassung offenbart leider folgendes:
Politischer und fachlicher Weitblick – Fehlanzeige! Ausgeprägte Ortskenntnis – auch Fehlanzeige!
Also: Grüne Neufassung ablehnen und meinen Änderungsantrag entweder übernehmen oder einfach zustimmen!

Ich bedanke mich!“

Im Ergebnis wurde unser Änderungsantrag von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Damit stellten sich auch die gewählten Stadträtinnen Beate Ehms (Die Linke), Siegrun Seidel (CDU) und Anja Feichtinger (SPD) (alle Wahlkreis Leipzig-Ost) gegen den formulierten Wunsch des Mölkauer Ortschaftsrates.

 

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